IG Metall - Perspektive Ost
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02.12.2021, 13:12 Uhr

Bezirk Niedersachsen und Sachsen - Anhalt

35-STUNDEN-WOCHE IN SACHSEN-ANHALT - 32 Jahre nach Mauerfall bröckelt auch Arbeitszeitmauer– Tariflicher Rahmen mit Option zur 35-Stunden-Woche für Sachsen-Anhalt steht.

  • 22.11.2021

Nach langem Ringen konnte die IG Metall einen großen Erfolg erzielen: Durch eine Verständigung mit dem Verband der Metall- und Elektroindustrie Sachsen- Anhalt e.V. ist der Weg zur Angleichung der Arbeitszeit zwischen Ost- und Westdeutschland geebnet. "Ein gutes Signal geht von der heutigen Einigung aus. Die Mauer bröckelt auch endlich bei den Arbeitszeiten in Sachsen-Anhalt. 32 Jahre nach dem Mauerfall haben wir nun eine Option, stufenweise die 35-Stunden-Woche in den Betrieben einzuführen. Damit wird Schritt für Schritt die soziale Einheit vollzogen und die Arbeitszeitmauer bröckelt.“, erklärt Thorsten Gröger, Bezirksleiter der IG Metall Niedersachsen und Sachsen-Anhalt.

Die IG Metall konnte eine tarifliche Lösung durchsetzen, mit der eine schrittweise Angleichung der Arbeitszeit auf betrieblicher Ebene ermöglicht wird. „Bis heute ist es so, dass in Ostdeutschland die Beschäftigten 38 Stunden arbeiten – ihre Kolleginnen und Kollegen aus der gleichen Branche arbeiten in Westdeutschland wöchentlich drei Stunden weniger!“, erklärt Gröger. Nun sei der tarifliche Rahmen zur Angleichung geschaffen. Vorausgegangen sind Warnstreiks in der Metall- und Elektroindustrie im März 2021, bei denen sich in Niedersachsen und Sachsen-Anhalt rund 130.000 Beschäftigte beteiligt haben. Auch niedersächsische Beschäftigte hatten ihre Solidarität mit den Kolleginnen und Kollegen im Osten bekundet und ihre Forderung nach der Angleichung der Arbeitszeit unterstützt. „Während wir auf monetärer Ebene in der letzten Tarifrunde zu einer Einigung kommen konnten, blieb die Frage der Arbeitszeit offen. Nachdem bereits im Nachbarbezirk, in Berlin-Brandenburg-Sachsen eine tarifliche Einigung mit der Arbeitgeberseite erzielt werden konnte, sind wir zufrieden, dass nun auch in Sachsen-Anhalt eine Verständigung erfolgt ist.“

Man setze nun darauf, dass die Angleichung auf betrieblicher Ebene umgesetzt wird und in ersten Unternehmen Betriebsvereinbarungen folgen werden. „Mit dem Tarifvertrag und der Öffnungsklausel wurde nun in einem ersten Schritt ein Rahmen geschaffen, auf den aufbauend mehr konkrete Regelungen in den Betrieben folgen können. Die Betriebsparteien können nun in Verhandlungen treten. Dabei stehen wir den Beschäftigten weiter zur Seite! Letztlich sorgen die, die sich in den Betrieben gewerkschaftlich organisieren und so den Druck auf die Arbeitgeber zur Realisierung der 35-Stunden-Woche erhöhen können, für den Erfolg!“, so der Bezirksleiter abschließend.

Die Einigung steht unter dem Gremienvorbehalt. Die zuständige Tarifkommission der IG Metall wird am 24. November 2021 zusammenkommen und eine Entscheidung treffen. Die Erklärungsfrist endet am 7. Dezember 2021 um 24:00 Uhr.

(Presseinformationen Nr. 103/2021)

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